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RV Region Stuttgart

24.06.2004

Hitzestau im Zug

Pro Bahn fordert: Fenster aufschließen!

Stuttgart (pb) - Mit zunehmenden Temperaturen häufen sich bei der DB AG wie beim unabhängigen Fahrgastverband Pro Bahn e.V. die Beschwerden wegen der Wärmeentwicklung in den Zügen. Hitze im Zug wird durch verriegelte Fenster verstärkt. Pro Bahn fordert sofortige Abhilfe.

Ähnlich wie Laub auf den Schienen im Herbst sind erdrückende Temperaturen im Sommer absehbare Belastungen für den Betriebsalltag bei der DB AG. Doch auch hier müssen die Fahrgäste mangelnde Flexibilität und Vorausschau beim staatseigenen Unternehmen beklagen. So sind nämlich in den allermeisten Waggons und Triebwagen die Fensterklappen verriegelt.

Sehnsüchtig richten sich die Blicke der schwitzenden Fahrgäste in überhitzten Waggons auf die Fensterklappen. Die Übersetzfenster sind schließlich in den Triebwagen und einigen Waggonbauarten schon längere Zeit abgeschafft. Will der Kunde dann die Klappe öffnen, rüttelt er vergeblich an den Griffen. Die DB AG hat diese Klappen nämlich in den allermeisten Fällen verriegelt. Grund dafür ist vor allem ein für die DB AG bequemerer Betriebsablauf.

Nun stellt sich dieses Hitze-Problem in den zunehmend klimatisierten Waggons und Triebzügen nicht in dieser Schärfe. Dort gibt es gar keine solche Lüftungsklappen. Diese würden die Funktionsfähigkeit der Klimaanlage behindern. In ICE-Zügen gibt es oft nicht einmal auf den Toiletten solch Lüftungsklappen. Dies hat mit der Druckentwicklung in den Tunnels der Hochgeschwindigkeitsstrecken zu tun.

Doch im InterCity- und Nahverkehr gibt es zahlreiche Waggons, die zumindest noch über Lüftungsklappen verfügen. Diese sind aber verriegelt, nicht einmal die Klappen der Toilettenfenster bekommt der verzweifelte und schwitzende Fahrgast auf.

Pro Bahn, die Interessenvertretung für die Fahrgäste im öffentlichen Personenverkehr, fordert deshalb sofortige Änderungen. "Die Lüftungsklappen lassen sich mit einfachem Werkzeug sofort öffnen", machte der Vorstandsvorsitzende vom Stuttgarter Regionalverband von Pro Bahn, Christian Petersohn, am Freitag deutlich. Mit dieser einfachen Maßnahme könnte die DB AG den Interessen der Reisenden entgegen kommen.

Als Ursache dieses DB-typischen Ärgernisses verwies Christian Petersohn, der Vorsitzende vom Pro Bahn-Regionalverband Stuttgart, auf eine zu sehr auf Kostenreduzierung gerichtete Grundhaltung der DB AG. So sind gerade beim Ausfall einer Klimaanlage die Lüftungsklappen die letzte Rückfallebene für erträgliche Temperaturen.

Nach Ansicht von Pro Bahn muss die DB AG schon allein aus Rücksicht auf die Gesundheit der Fahrgäste die Verriegelungspraxis einstellen. "Die DB AG hat auch eine Fürsorgepflicht für das Wohlergehen ihrer Kunden", hob Christian Petersohn hervor. Die Horrorberichte von total überhitzten Zügen im Sommer 2003 oder die sich in letzter Zeit häufenden Fälle von stundenlang im Zug auf offener Strecke eingesperrten Fahrgästen belegen, wie gering zuweilen die DB AG die Rücksichtnahme auf grundlegendste Kundenbedürfnisse erachtet. Nach Ansicht von Pro Bahn ordnet die DB AG die Fahrgastinteressen den ungestörten, das heißt vor allem Personal sparenden Betriebsabläufen, unter. Denn mit mehr Personal könnte die DB AG die genannten Betriebsstörungen schneller oder effektiver beheben. "Aus dieser an den Kosten orientierten Grundhaltung heraus übersieht die DB AG selbst bei so leicht zu verbessernden Missständen wie den verriegelten Fenstern grundlegende Fahrgastinteressen", so Christian Petersohn weiter.

Christian Petersohn, Vorsitzender Pro Bahn Regionalverband Region Stuttgart
Medienbeauftragter Ulrich Arndt, Tel. 0174/2900752

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letzte Aktualisierung: 21.11.2017