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21.04.2014

PRO BAHN zu den Streichungen des Fernverkehrs auf der Schwarzwaldbahn

Touristen-ICs bleiben - Die Fahrplanlücken werden größer

Stuttgart/Radolfzell (pb) - Zwiespältig reagiert PRO BAHN, der unabhängige Fahrgastverband, auf die Meldung, dass die Bahn nur die zwei Mal wöchentlich verkehrenden Touristen-ICs aus dem Ruhrgebiet auf der Schwarzwaldbahn erhalten wird. Das ist einerseits erfreulich, doch im täglichen Verkehr bleiben die Lücken, die schon die Verschiebung der Fahrzeiten des täglichen ICs gerissen haben; zudem entfallen komfortable Direktverbindungen mit schnellem Anschluss an den Fernverkehr in Offenburg ersatzlos.

Der Zug ist nicht an gesunkenen Fahrgastzzahlen gescheitert. Die sind nach Bahnangaben zwar überschaubar, aber doch stabil. Problematisch sind die massiv gestiegenen Trassenentgelte, die bahnintern von den Verkehrsunternehmen (DB Fernverkehr und DB Regio) an die Infrastruktursparte bezahlt werden. Hintergrund ist, dass die Bahn die vom Bund geforderte Dividende über Gewinne beim Netz erwirtschaftet; und um diese Gewinne zu erwirtschaften, wurden und werden die Trassen- und Bahnhofsgebühren massiv erhöht.

Die Forderungen von PRO BAHN sind klar: Die schmerzhaften Taktlücken (keine Verbindung in der 18-Uhr-Lage von Offenburg über die Schwarzwaldbahn nach Süden; keine Verbindung zwischen 16.40 und 18.40 durch das Höllental von Freiburg an den Bodensee etc.) müssen geschlossen werden; die Fahrgäste dürfen im Streit zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung des Schienenverkehrs nicht auf der Strecke bleiben.

Der Lösungsansatz liegt auf dem Tisch: Anerkennung von Nahverkehrsfahrausweisen in den ICs auf dem Abschnitt Karlsruhe-Konstanz. So wird es auf dieser Linie bereits zwischen Rostock und Stralsund praktiziert (wenn auch ohne die Anerkennung von Ländertickets und Schönes-Wochenend-Ticket); so wird es im IC zwischen Bremen, Oldenburg und Emden gemacht; und so wird es in wenigen Jahren auf der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen kommen.

Auf der Schwarzwaldbahn scheiterte das Modell wohl an hohen Forderungen der Bahn, die sich die Fahrgeldausfälle durch Anerkennung von Nahverkehrsfahrausweisen sehr hoch gerechnet hat, doch andererseits wird vom Verkehrsministerium bei jeder Gelegenheit klargestellt, dass überhaupt kein Geld für irgendwelche Leistungsausweitungen vorhanden sei.

Es wäre ein schöner Kompromiss gewesen: Die Bahn fährt den Touristen-IC weiterhin auf eigene Rechnung; das Land unterstützt den täglich verkehrenden IC und die Bahn lässt ihn dafür wieder in seiner früheren Lage verkehren.

Kontakt:

Stefan Buhl, Vorsitzender PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 0170/3077110, buhl@pro-bahn-bw.de
Gerhard Stolz, Pressesprecher PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 0721/494323, stolz@pro-bahn-bw.de

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letzte Aktualisierung: 21.11.2017