S-Bahn Rhein-Neckar

 

Pressemitteilung von PRO BAHN Rhein-Neckar und Verkehrsclub Deutschland (VCD)

 

 

Stau auf der Schiene zwischen Mannheim und Heidelberg


Die S-Bahn Rhein-Neckar ist eine Erfolgsgeschichte - aber es droht ihr in den kommenden Jahren ein zunehmender Engpass.  Der Abschnitt Heidelberg - Mannheim - Ludwigshafen ist das Herzstück der S-Bahn Rhein-Neckar und verbindet allein in diesen drei Städten mehr als 600.000 Einwohner, also mehr als etwa in Stuttgart leben. Doch während die S-Bahn im Großraum Stuttgart auf mehreren Strecken eigene Gleise hat, gibt es derzeit nur jeweils ein Gleis je Richtung für den Personenverkehr zwischen Mannheim und Heidelberg, das neben dem S-Bahn-Verkehr auch den Regionalexpress-Verkehr, den IC-Verkehr und gelegentlich am Rangierbahnhof vorbeifahrende Güterzüge aufnehmen muss. Darauf weisen die Regionalverbände Rhein-Neckar des VCD (Verkehrsclub Deutschland) und des Fahrgastverbandes PRO BAHN hin.

Für die beschlossenen S-Bahn-Erweiterungen bis 2015 sind jedoch mindestens drei Gleise erforderlich, um das höhere Zugaufkommen dann bewältigen zu können. So müssen voraussichtlich die beiden neuen S-Bahn-Linien aus Richtung Aglasterhausen, bzw. Eppingen, die im Dezember 2009 ihren Betrieb aufnehmen sollen, im Heidelberger Hauptbahnhof enden, weil die Strecke nach Mannheim bereits voll ausgelastet ist. Den Engpass zwischen Mannheim und Heidelberg verschärft in Mannheim-Friedrichsfeld zusätzlich der von Mannheim aus ebenerdig kreuzende Abzweig in Richtung Weinheim ? Darmstadt sowie die Güterzug-Ausfahrt aus dem Rangierbahnhof. Geplant ist bisher jedoch nur ein teilweise dreigleisiger Ausbau zwischen Mannheim und Heidelberg. Abschnittsweise soll es bei den derzeitigen zwei Gleisen bleiben. ?Das ist natürlich unzureichend?, ärgert sich Wolfgang Preuß, Vorstandsmitglied im VCD Rhein-Neckar. Vielen Fahrgästen geht die häufige Ansage "Der vor uns liegende Streckenabschnitt ist noch durch einen anderen Zug belegt. Wir setzen unsere Fahrt in Kürze fort" bereits heute auf die Nerven.

Die Vorteile des viergleisigen Ausbaus mit zwei separaten S-Bahn-Gleisen im Überblick:

1. Fester 10-Minuten-Takt im Kernbereich: nur mit zwei eigenen S-Bahn-Gleisen lässt sich ein fester und damit attraktiver S-Bahn-10-Minuten-Takt zwischen den Großstädten Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg erzielen.
2. Weniger Verspätungen: Bei vier Gleisen verringert sich die Gefahr, dass sich eine Verspätung auf einem Aussenast im Kernbereich weiter erhöht.
3. Kürzere Fahrzeiten: Vier Gleise erfordern weniger Fahrzeitpuffer und führen damit zu einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit.
4. Ungestörter S-Bahn-Verkehr: Der Zuwachs an Leistungsfähigkeit durch ein 4. gegenüber einem 3. Gleis ist wesentlich höher als der von einem 3. Gleis gegenüber zwei Gleisen.
Daher ist eine echte Entmischung von Nahverkehr und Schnellverkehr erst bei vier Gleisen möglich, bei drei Gleisen nur eingeschränkt
5. Geringere Baustellen-Empfindlichkeit: Bei vier Gleisen ist die baustellenbedingte Sperrung eines Gleises deutlich weniger betriebswirksam als bei drei Gleisen.

Das Problem ist natürlich den verantwortlichen Planern in der Region und bei der Bahn bekannt. ?Strittig ist jedoch offensichtlich nach wie vor die Finanzierung?, meint Michael Löwe von PRO BAHN Rhein-Neckar. Dies sei der Hauptgrund, warum die vollständige Inbetriebnahme der 2. Stufe der S-Bahn Rhein-Neckar von 2007 über 2010 und 2012 auf 2015 verschoben wurde. Und selbst der Termin 2015 wackele inzwischen.

VCD und PRO BAHN fordern daher alle politisch Verantwortlichen in der Region auf, sich für einen viergleisigen Ausbau zwischen Mannheim und Heidelberg stark zu machen.