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Pressemitteilung von PRO BAHN Rheinland-Pfalz zur Ankündigung von Verkehrsminister Hendrik Hering, dass Züge im Nahverkehr wegfallen sollen    mehr

 

Presseschau

PROBAHN Rhein-Neckar im Spiegel der Presse

Mannheimer Morgen am 26. September 2006

 

Die Bahn kommt - nur wann? / Verspätungen der Züge im Visier / Fahrgastverband sieht in der Region keine deutliche Zunahme

Ist sie jetzt pünktlich oder nicht? Wieder kämpft die Bahn gegen Vorwürfe, regelmäßig seien bei ihr nur die Verspätungen. Gesonderte Daten für den Mannheimer Hauptbahnhof möchte das Unternehmen nicht herausgeben. Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht in der Region aber keinen deutlichen Zuwachs an Verspätungen.

Am Wochenende waren Berichte bekannt geworden, nach denen bei der Bahn nur noch 68 Prozent der Personenzüge pünktlich seien. "Die Bahn kommt" - so warb der Konzern lange. "Nur wann?" möchten da manche Fahrgäste ergänzen, wenn sie auf dem Bahnsteig warten. Fünf Verspätungen zeigt die Tafel im Hauptbahnhof gestern Mittag an. Reisende nach Berlin, Dortmund oder Stuttgart müssen sich bis zu 15 Minuten gedulden.

Auf Gleis 3 rollt der ICE Richtung Hamburg ein - eine halbe Stunde zu spät. Türen öffnen sich, Menschen rennen auf die andere Bahnsteigseite, wo ein weiterer Zug wartet - so setzen sich Verspätungen fort. Eine Reisende steht gelassen im Eck. Sie ist unterwegs von Gengenbach nach Bochum und wartet nun in Mannheim auf den Anschlusszug - Eile hat sie nicht, alle ihre Verbindungen sind zu spät. Wenn sie hört, dass nach Angaben der Bahn über 90 Prozent der Züge pünktlich sind, fällt ihr eines ein: "Dann sitze ich immer in den zehn Prozent mit Verspätung." Sie fahre zwar nicht oft mit der Bahn, aber wenn, dann erlebe sie immer Unpünktlichkeiten.

Ein anderer Reisender, selbst auf dem Weg von München nach Bonn, schaltet sich ein. "Wenn auf der Autobahn ein Stau ist, regen sich doch auch nicht alle so auf", sagt er. Schließlich habe die Bahn auch mit Faktoren zu kämpfen, für die sie nichts könne, Suizide etwa. Einig ist er sich mit der Bochumerin, dass das Unternehmen besser informiere als früher.

Das Stimmungsbild auf den Bahnsteigen ist gemischt. Ein Geschäftsmann auf dem Weg nach Aachen hat in den vergangenen Tagen "nur Verspätungen erlebt", während ein Ehepaar auf der Heimreise aus der Kurpfalz nach Berlin bei der Bahn den Service "einwandfrei und nur zu empfehlen" findet. Oft ist schlicht die Strecke ausschlaggebend. Wer ohne umzusteigen fährt, den stören ein paar Minuten Verspätung kaum. Wer drei Mal die Züge wechseln muss, für den kann die gleiche kurze Verspätung am Ende Stunden bedeuten.

Bei der Bahn geht man erstmal in Abwehrhaltung. "Für einzelne Strecken oder Regionen veröffentlichen wir keine Pünktlichkeitswerte", sagt ein Sprecher des Unternehmens. Gesammelt würden solche Zahlen und natürlich gebe es da Tageswerte, "die nicht zufrieden stellend sind, das ist Fakt", so der Bahn-Sprecher. Aber diese hingen oft an Faktoren wie Baustellen oder Unfällen. Im Gesamtjahr strebe man bundesweit die Überschreitung der 90-Prozent-Marke bei der Pünktlichkeit an.

Nicht immer ist sich der Fahrgastverband Pro Bahn mit dem Konzern einig, was die Daten angeht allerdings schon. "Nach unserer Erkenntnis hat es in den vergangenen Monaten in der Rhein-Neckar-Region keinen deutlichen Anstieg der Verspätungen gegeben", sagt Regionalvorsitzender Michael Löwe. Beruhigt sein können auf jeden Fall die Pendler im Nahverkehr: Bei der S-Bahn Rhein-Neckar etwa sind nach Angaben des Verkehrsverbundes (VRN) über 97,3 Prozent der Züge pünktlich.